Positionspapier: Qualitätsberichte systemakkreditierter Hochschulen

Auf dem 47. Poolvernetzungstreffen wurde am 20.09.2020 folgendes Positionspapier zur Bedeutung der Qualitätsberichte aus studentischer Sicht beschlossen:

Einleitung
Sowohl in den European Standards and Guidelines (ESG) als auch in der Musterrechtsverordnung gemäß Artikel 4 (Abs. 1-4) Studienakkreditierungsstaatsvertrag (MRVO) ist festgelegt, dass Akkreditierungsberichte inkl. Akkreditierungsentscheidungen veröffentlicht werden müssen. Dies bezieht sich ausdrücklich auch auf die internen Verfahren von systemakkreditierten Hochschulen, die in diesem Punkt der Transparenz nicht hinter der Programmakkreditierung zurückfallen dürfen. Der Akkreditierungsrat hat in seinem Beschluss vom 17.09.2019 weitere Hinweise erarbeitet und verfügbar gemacht, wie systemakkreditierte Hochschulen ihre sogenannten Qualitätsberichte zu veröffentlichen haben und definiert Ansprüche an jene Qualitätsberichte. Laut diesem Beschluss ist es spätestens ab dem 30.09.2020 nur noch in Verbindung mit einem Qualitätsbericht möglich, den eigenen Studiengang in die Akkreditierungsdatenbank einzutragen.

Die Teilnehmenden des 47. Poolvernetzungstreffen des studentischen Akkreditierungspools sprechen sich dafür aus, dass von systemakkreditierten Hochschulen diese Qualitätsberichte nun eingefordert werden und begrüßen den Beschluss des Akkreditierungsrates vom 17.09.2019. Da es seitens einzelner Hochschulen den Wunsch gibt, die Anforderungen an Qualitätsberichte zu verändern und der inhaltliche Mehrwert dieser Berichte stark angezweifelt wurde, soll dieses Papier die studentische Position darstellen.


Mehrwert von Qualitätsberichten

Es ist eine fundamentale Frage der Transparenz sowie Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Hochschulen, dass auch systemakkreditierte Hochschulen ihre Akkreditierungsberichte und -entscheidungen in nachvollziehbarer, umfassender und zugänglicher Form veröffentlichen. Die aktuelle Situation, dass einzelne systemakkreditierte Hochschulen ihre Akkreditierungsberichte der Öffentlichkeit vollständig vorenthalten, ist intransparent und inakzeptabel. Aktuell werden Akkreditierungsberichte von programmakkreditierten Studiengängen öffentlich zugänglich gemacht; hierin wird transparent mit Mängeln, Verbesserungspotenzialen und Maßnahmen umgegangen. Einzelne systemakkreditierte Hochschulen haben dadurch einen vermeintlichen Vorteil, weil sie eigene Verbesserungspotentiale von Studiengängen nicht veröffentlichen. Studieninteressierte, Studierende, ArbeitgeberInnen und auch die Öffentlichkeit haben aus unserer Sicht jedoch ein Anrecht darauf, dass auch systemakkreditierte Hochschulen ihrer Veröffentlichungspflicht nachkommen. Dabei sind Mindestkriterien für Qualitätsberichte entscheidend, damit diese eine vergleichbare Aussagekraft haben und es damit Vergleichbarkeit zwischen den intern akkreditierten und programmakkreditierten Studiengängen geben kann. Dazu gehört unseres Erachtens auch, dass GutachterInnen im Qualitätsbericht benannt werden, das abschließende Akkreditierungsergebnis einsehbar ist und etwaige Sondervoten ausgewiesen werden. Dies widerspricht nicht der Heterogenität unserer Hochschullandschaft, führt aber zu klaren, fairen und gleichen Regeln für alle Hochschulen. Freiheitsgrade innerhalb der Qualitätsberichte können als Chance genutzt werden, um die eigenen Maßnahmen und Follow-Ups des Studiengangs darzustellen und somit die eigene Qualitätsentwicklung in ihrer Wichtigkeit zu unterstreichen. Qualitätsberichte können so als Instrument der Sichtbarmachung eigener Bemühungen um Qualitätsverbesserungen dienen und Studieninteressierten aufzeigen, dass es neben Werbematerialien auf Hochglanzpapier auch einen Prozess der stetigen Weiterentwicklung des Studiengangs gibt und zeigt Möglichkeiten auf, sich selbst zu beteiligen. Insbesondere Studierende, die bereits Studienerfahrung gesammelt haben, beispielsweise indem sie bereits einen Bachelorabschluss an einer anderen Hochschule erworben haben, suchen gezielt nach bestimmten Informationen. Die Qualitätsberichte lassen sich als Basis für verschiedene Zwecke und diverse Adressaten verwenden. Sie möchten selbst nachlesen können, wie bspw. die Studierbarkeit, Studienorganisation oder Vereinbarkeit mit Familienaufgaben in einem Studiengang von unabhängigen Expert*innen geprüft und bewertet wurde. Zudem können die Qualitätsberichte einen Überblick über gute Praktiken innerhalb der verschiedenen systemakkreditierten Hochschulen und der Vielfalt der Qualitätssicherungssysteme geben und können als Grundlage für eine systematische Analyse der Entwicklungen der internen Verfahren dienen (vgl. ESG 3.4 Thematic analysis Standard: Agencies should regularly publish reports that describe and analyse the general findings of their external quality assurance activities).

Vor diesem Hintergrund erwarten wir von systemakkreditierten Hochschulen mehr Selbstvertrauen in die eigenen Prozesse und einem transparenten Umgang mit eigenen Verbesserungspotentialen und entsprechenden Maßnahmen. Es ist aus unserer Sicht eine Chance auf eine positive Außendarstellung, wenn systemakkreditierte Hochschulen entsprechende Qualitätsberichte veröffentlichen.

Fazit
Akkreditierungsentscheidungen müssen innerhalb aller Systeme bereits jetzt aussagekräftig dokumentiert werden. Die Dokumentation trägt zur kontinuierlichen Qualitätssicherung und -weiterentwicklung bei. Die Berichte sind gemäß dem Beschluss des Akkreditierungsrats vom 17.09.2019 für alle Stakeholder zugänglich zu veröffentlichen.

Zusammenfassend ist die Veröffentlichungspflicht von Qualitätsberichten und die konsequente Umsetzung der bereits beschlossenen Mindestkriterien unumgänglich,

• weil bereits jetzt eine verbindliche Rechtsgrundlage für die Dokumentation besteht,
• weil Qualitätsberichte ein unverzichtbarer Teil der Legitimation von Akkreditierungsentscheidungen sind,
• weil Transparenz die Basis eines jeden guten und funktionierenden QM-Systems ist,
• und weil sie Vergleichbarkeit zwischen Hochschulen, Studiengängen und QM-Systemen ermöglicht.

PVT Beschluss Seminare vom Anbieter Akkreditierungsseminar.de

Das 47. Poolvernetzungstreffen des studentischen Akkreditierungspools hat am vergangenen Wochenende in Darmstadt Folgendes beschlossen:

Das PVT empfiehlt den PTOs Schulungsseminare für Studierende des Anbieters Akkreditierungsseminar.de (oder mögliche alternative Bezeichnungen, unter denen die gleichen Anbieter auftreten)1 vorläufig bis zum nächsten PVT als nicht poolqualifizierend anzuerkennen.

1 Alternative Bezeichnungen sind (Stand 19.09):
https://akkreditierungsseminar.de/
https://www.akkreditierungswesen.de/akkreditierungsdatenbank de/
https://www.akkreditierungswesen.de /akkreditierungsseminar de/
https://www.akkreditierungswesen.de/erfolgreich akkreditiert de/
https://www.akkreditierungswesen.de/gutachtervermittlung net/
https://www.akkreditierungswesen.de/lissabon konvention de/

Ankündigung Seminare

Die letzten Monaten waren, wie bei vielen, auch bei uns sehr chaotisch. Viele angedachte Seminare mussten pausiert oder gar abgesagt werden. Dennoch haben wir uns nicht entmutigen lassen und haben ein Online Konzept für das Programmakkreditierungsseminar auf die Beine gestellt und dieses auch bereits erprobt. In den kommenden Monaten werden wir daher wieder Seminare anbieten können. Darüber hinaus werden wir partiell wo bzw. falls es möglich ist versuchen Offline Seminare zu organisieren. In den nächsten Wochen werden genauere Infos mit der Möglichkeit euch anzumelden folgen. Wir bitten daher noch um etwas Geduld.

Viele Grüße
euer KASAP

Weitere Infos zu Online Begehungen

Liebe Mitglieder des Pools und Interessierte,

mittlerweile haben wir einige Erfahrungsberichte über Online-Begehungen und Akkreditieren in Zeiten von Corona erhalten. Die Rückmeldungen sind insgesamt sehr durchwachsen ausgefallen. Es gibt teils große Unterschiede in der Handhabung zwischen den Agenturen, aber auch in diesen. Außerdem kommt es bei digitalen Begehungen regelmäßig zu technischen Problemen, die ein produktives Arbeitsklima erschweren. Problematisch sehen wir auch, dass bei rein schriftlicher Befassung oder kurzen digitalen Begehungen das Verfahren oft zu einem reinen Abfragen der Kriterien verkommt. Es fehlt der nötige Raum für tiefergehende Gespräche und damit Qualitätsentwicklung wie sie sonst möglich ist. Auch wenn größere Probleme meistens trotzdem gefunden und behoben werden können, lässt sich das nicht von den vielen Details in Studienprogrammen sagen.

Wie bereits zuvor erwähnt haben wir auch mehrere Berichte bekommen, dass die Fragerunde mit den Studierenden ausfällt/nicht statt findet   (z.B. bei verkürzten Begehungen). Deswegen weisen wir nochmal darauf hin, dass bei online/virtuellen Begehungen alle Statusgruppen berücksichtigt werden müssen (vergleicht hierzu gerne mit §24. Abs. 5 der MRVO). Dies wurde uns auf Rückfrage vom Akkreditierungsrat bestätigt und explizit gesagt, dass eine online/virtuelle Begehung kein sachgerechter Grund ist, die Befragung der Studierenden ausfallen zu lassen.  

Falls Ihr eure Erfahrungen mit uns teilen wollen (behandeln wir natürlich auch gerne anonym, sofern gewünscht), Rückfragen habt, Probleme feststellt, etc. meldet euch gerne bei uns!

Viele Grüße
Euer KASAP

Ankündigung Seminare

Uns erreichen immer mehr Nachfragen zu den Terminen zukünftiger Seminare bzw. die Nachfrage ob es überhaupt noch weitere Seminare geben wird in diesem Jahr. Wir können euch beruhigen! Insgesamt sind allein bis Juli sieben weitere Seminare geplant:

28.02.-01.03.ProgrammakkreditierungsseminarAachen LAT NRW
27.-29.03.SystemakkreditierungsseminarDortmund LAT NRW
15.-17.04.ProgrammakkreditierungsseminarFreiburg
15.-17.05.ProgrammakkreditierungsseminarErfurt
05-07.06.ProgrammakkreditierungsseminarWeimar
19-21.06.Programmakkreditierungsseminar/LehramtErfurt GEW

13.-15.11.ProgrammakkreditierungsseminarMannheim

Bitte berücksichtigt, dass viele dieser Seminare noch in der Planung sind und daher auch noch keine Anmeldung möglich ist. Sobald dies möglich ist werden wir dies auf allen Wegen kommunizieren. Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass wir auch für die zweite Jahreshälfte eine ähnlich Anzahl an Seminaren inklusive eines weiteren Systemakkreditierunsgsseminar planen.

Viele Grüße
Euer KASAP

Seminar zur Programmakkreditierung

Letztes Wochenende fand eines unserer vielen Seminare zur Programmakkreditierung in Dessau an der Hochschule Anhalt statt. Insgesamt kamen 16 Teilnehmer*innen von 10 Hochschulen aus ganz Deutschland zum Seminar. Durch Gruppenarbeiten, Diskussionen und einem Planspiel haben die Teilnehmer*innen stets einen aktiven Part im Lernprozess eingenommen. Vielen Dank an alle Teilnehmer*innen die super mitgemacht haben und an die Hochschule Anhalt sowie unsere tollen Teamer*innen.


Wenn du auch Interessen hast an einem unserer Seminar teilzunehmen dann schau regelmäßig auf unserer Homepage oder Facebook. Für die erste Jahreshälfte sind bis zu sieben weitere Seminare in Planung!

Viele Grüße
Euer KASAP

Erlebnisbericht über das 46. PVT

von Sami Franke (BuFaTa Chemie/CAU Kiel)

Vom 29.11. bis zum 01.12. 2019 tagte das 46. Poolvernetzungstreffen (PVT) in Dresden. Ausgerichtet wurde das PVT in Zusammenarbeit mit den Studierendenräten der HTW und TU Dresden. Es ging am Freitag um 19 Uhr mit einer Begrüßung und den Berichten aus den pooltragenden Organisationen (PTOs) los und klang mit Glühwein und Vernetzung aus. Am nächsten Tag ging es um 10 Uhr nach einem ausgiebigen Frühstück mit der inhaltlichen Arbeit weiter. Während des Plenums wurde über den Beschwerdeausschuss und das Protokoll des vorigen PVT gesprochen. Danach wurde sich in drei verschiedenen Workshops zu den Themen Poolrichtlinien, unserer Rechtsform und über den Komplex Nachwuchs und Diversität für den Pool ausgetauscht. Nach den Workshops wurde weiter im Plenum über den Bericht des Koordinierungsausschusses des stud. Akkreditierungspool (KASAP), aus dem Akkreditierungsrat sowie über gestellte Anträge gesprochen und abgestimmt. Den Samstagabend ließen wir auf dem Weihnachtsmarkt und bei einer kleinen Stadtführung ausklingen. Sonntag wurde der Bericht aus unserer Verwaltungsstelle besprochen und der Haushalt für 2020 abgestimmt. Zum Ende des Sonntagsplenum folgten die Wahlen eines neuen KASAPs und Beschwerdeausschusses. Gegen 14 Uhr endete das Plenum mit einem leckeren Mittagessen.

Danke für das leckere selbstgekochte Essen, die private Unterbringung und das ständige zur Verfügung stellen von Snacks, Obst und diversen Getränken. Auch wenn man als Neuling nicht immer alles versteht, bringt es auf jeden Fall Spaß und ich empfehle allen Interessierten im April auf dem 47. PVT mal vorbei zu schauen.

Wir danken Sami für diesen Bericht und können uns den Worten als KASAP nur anschließen. Vielen Dank an alle die fleißig geholfen haben und wir freuen uns bereits auf das nächste PVT vom 17.-19.04.2020!

Viele Grüße

Euer KASAP

Neuer KASAP auf dem 46. PVT in Dresden gewählt

Am Wochenende fand das 46. Poolvernetzungstreffen statt und es wurde ein neuer Koordinierungsausschuss des studentischen Akkreditierungspools (KASAP) gewählt.

v.l.n.r.: Jasmin Usainov, Claudia Meißner, Patrick Niebergall, Daniel Irmer, Joshua Weygant, Gary Strauß und Martin Hecimovic.

Der neue gewählte KASAP besteht aus:

  • Joshua Weygant (Master Mikrosystemtechnik, Uni Freiburg)
  • Patrick Niebergall (Master Staatswissenschaften, Uni Erfurt)
  • Martin Hecimovic (Bachelor Mathematik, Fernuni Hagen)
  • Gary Strauß (Master Biodiversität, Ruhr-Uni Bochum / Uni Duisburg-Essen)


Kooptierte Mitglieder:

  • Jasmin Usainov (Diplom Soziologie, TU Dresden, Mitglied im Akkreditierungsrat)
  • Claudia Meißner (Diplom Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik, TU Dresden)
  • Liv Teresa Muth (PhD Industrial Biotechnology, Uni Gent)*
  • Daniel Irmer (Diplom Werkstoffwissenschaft, TU Bergakademie Freiberg, Mitglied im Akkreditierungsrat)
  • Philipp Jaeger (Promotion Physik, Uni Wuppertal/University of Manitoba)*

Ein ausführlicherer Bericht wird später folgen. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit!

Viele Grüße

Euer KASAP

*nicht auf dem Foto