Bericht zur 78. Sitzung des Akkreditierungsrats

Auf der Sitzung des Akkreditierungsrates stand die Veränderung des Überprüfungsverfahrens von Agenturen und der entsprechenden Gebührensatzung im Mittelpunkt. Außerdem wurden u.a. die Arbeitsplanung 2014, Beschwerdeverfahren und die (Re-)Akkreditierung von AHPGS sowie die Auflagenerfüllung von AQ Austria behandelt.

Überprüfungsverfahren und Gebührensatzung
Die Finanzierung des Akkreditierungsrates erfolgt gemäß dem Stiftungsgesetz zum einen durch eine direkte Zuweisung der Länder und zum anderen durch erhobene Gebühren (z.B. für die Akkreditierung von Agenturen oder die Überwachung selbiger). Der Finanzierungsanteil der Agenturen wächst zukünftig absolut. Hier wurde evaluiert, welche Gebühren erhoben werden müssen, um kostendeckend zu arbeiten.
Außerdem wurde das mögliche Setting der stichprobenartigen Überprüfung um flexiblere (z.B. dialogorientierte) Elemente ergänzt und zeitgleich der Umfang der regulären Überwachung agenturspezifisch angepasst bzw. reduziert.

Vor dem Hintergrund, dass in acht von zehn Fällen die stichprobenartige Überwachung durch den Akkreditierungsrat zu Beanstandungen führte, sollte dies kritisch begleitet werden. Für die beiden studentischen Mitglieder ist zudem derzeit unglücklich, dass in den aktuellen Rahmenbedingungen keine Konsequenzen für die Agenturen erfolgen können.
Rückschlüsse aus der Überwachung auf die Arbeit der Agenturen statt auf nur einen Studiengang werden mit dem neuen Verfahren möglich sein.

Anlassbezogene Überprüfungen können in Zukunft auch offiziell von Agenturen angestoßen werden. Es gab im Zeitraum 2012/2013 insgesamt nur fünf anlassbezogene Beschwerden von denen zwei nach einer Vorprüfung wider geschlossen wurden. Der Grund für die geringe Anzahl der Beschwerden wird von den studentischen Mitgliedern im Akkreditierungsrat noch einmal geprüft. Anlassbezogene Beschwerden in systemakkreditieren Hochschulen sind bisher kaum möglich. Zu diesem Thema haben wir eine Vorlage für 2014 von der Geschäftsstelle eingefordert. Zudem denken wir über eine Handreichung nach, welche die Beschwerdegründe, -möglichkeiten und –verfahren noch einmal einfach aufzeigt und erklärt.

Arbeitsplanung 2014
Nach dem Beschluss der Strategie 2014-2017 auf der letzten Sitzung, wurde diesmal das Arbeitsprogramm 2014 beschlossen. Der Geschäftsführer hat hierzu erstmalig eine entspreche Aufgabenliste der Geschäftsstelle mit entsprechenden Tagesaufwänden erstellt. Dem Akkreditierungsrat stehen neben den Aufgaben der Überwachung, Öffentlichkeitsarbeit und Sitzungsvorbereitung jedoch nur sehr wenig Tage für hochschulpolitische und operative Arbeit an Kriterien und deren Umsetzung zur Verfügung (15-20%). Die Arbeit 2014 wird sich deswegen auf die drei Punkte „Forum Systemakkreditierung“,  „Fachlichkeit/Beruflichkeit“ und „Joint Programms“ beschränken.

Das Forum Systemakkreditierung ist ein gemeinsames Projekt mit der HRK. Hier setzen wir uns dafür ein, dass Hochschulen nicht nur durch Rektor_innen und QS-Beauftragte vertreten sind, um ein vielfältiges Bild von den Erfahrungen der Systemakkreditierung abzubilden und zu präsentieren.

Die AG Fachlichkeit/Beruflichkeit wird 2014 abgeschlossen. Hier stehen noch 2-3 Sitzungen an, bevor dem Akkreditierungsrat eine entsprechende Beschlussvorlage zugehen soll.

Eine AG Joint Programms soll diskutieren, welche Kriterien zur Akkreditierung für Studiengänge, die gemeinsam mit ausländischen Hochschulen angeboten werden, gelten sollen. Die aktuellen Kriterien und vor allem die Ländergemeinsamen Strukturvorgaben scheinen Bund und Ländern in diesen Verfahren nicht umsetzbar zu sein.

Agenturreakkreditierungen
Die Verfahren AHPGS und AQA wurden beschlossen.  Das Verfahren zur AHPGS wurde vor dem Hintergrund der engen fachlichen Ausrichtung und daraus resultierenden Auflagen diskutiert. Hier wurde die Akkreditierung unter Auflagen beschlossen. Das Verfahren der AQA wurde mit Erfüllung der Auflagen abgeschlossen. Die entsprechenden Gutachten sind auf den Seiten des Akkreditierungsrats zu finden.

Weitere Punkte
Einige Hochschulen aus Mecklenburg-Vorpommern haben Beschwerde beim Akkreditierungsrat eingelegt. Ihre Studiengänge wurden von verschiedenen Agenturen nur unter Auflagen akkreditiert, da gleichzeitig mit dem Bachelor ein Diplom-Ingenieur vergeben wird. Der Akkreditierungsrat hat die Beschwerde abgewiesen und die bestätigt, dass die gleichzeitige oder alternative Vergabe der Titel nicht möglich ist. In der Konsequenz ist bei der Prüfung der Auflagenerfüllung nun die Akkreditierung zu entziehen. Es ist davon auszugehen, dass das Land in Zukunft weitere Unternehmungen anstreben wird.

Hochschulen müssen Regelungen haben, die vorsehen, dass 50% eines Studiums mit außerhochschulischen Leistungen anerkannt werden können. Die KMK hat bestätigt, dass sich dies auf alle Qualifikationen und nicht nur berufliche oder formale Qualifikationen bezieht. Dies ist in der Akkreditierung zu prüfen. Die Länder werden die Hochschulen darüber informieren. In entsprechenden Verfahren ist dies anzumerken und soll vorerst durch eine Empfehlung geregelt werden.

Vier Mitglieder des Akkreditierungsrates, darunter auch die beiden studentischen Mitglieder, werden in nächster Zeit Programmakkreditierungsverfahren begleiten, um von dort strukturelle und aktuelle Probleme in den Rat zu tragen.