Bericht zur 79. Sitzung des Akkreditierungsrats

Auf der Sitzung des Akkreditierungsrates stand erneut die Veränderung des Überprüfungsverfahrens von Agenturen im Mittelpunkt. Wie bereits berichtet, hat der Akkrediterungsrat beschlossen, seinen gesetzlichen Überwachungsauftrag durch ein breiteres Spektrum an Instrumenten als bisher wahrzunehmen. Angedacht sind hierzu neben der bisherigen aktenbasierten Verfahrensüberprüfung auch thematische Analysen und dialog-orientierte Verfahren wie gesprächsbasierte Auswertungen und/oder Verfahrensbegleitungen. Etwa drei Stunden lang wurde über das für und wider der gewählten Ansätze gesprochen. Ebenfalls wurde über die von den Studierende eingebrachte Kommentierung besprochen, welche für eine klare Trennung von Überwachung und Wirkungsforschung sowie die Zusammenführung von Verfahrensbegleitung und gesprächsbasierter Auswertung aussprach. Die im Rahmen der Diskussion gewonnenen Erkenntnisse sollen gemeinsam mit den noch durch die Geschäftsstelle zu beantwortenden Fragen in die weitere Diskussion mit den Agenturen einfließen, bevor in der September-Sitzung das Papier abschließend beraten und beschlossen werden soll.

Zudem wurde das Thema einer möglichen Experimentierklausel in der Akkreditierung diskutiert. Die vom Wissenschaftsrat vorgeschlagene Experimentierklausel soll es Hochschulen ermöglichen, neue und andere Wege zur Qualitätssicherung zu finden. In einem Wettbewerb sollen sich Hochschulen für diesen Weg bewerben können und durch den Rat intensiv begleitet werden. Im Rahmen der Diskussion zeigte sich, dass der aktuelle Ansatz und der aktuelle Ausschreibungstext in einem solch nicht-reifen Zustand sind, dass Sie derzeit mehr Fragen aufwerfen als beantworten. Der Akkreditierungsrat hat sich dazu entschieden, dass Thema auf seiner Septembersitzung erneut zu befassen und so das Tempo aus der Thematik genommen. Neben einem neuen Ausschreibungstext wurde sich darauf geeinigt, dass es ab September eine Arbeitsgruppe zur Begleitung der Experimentierklausel geben soll.

Zu diesen beiden Punkten haben die studentischen Akkreditierungsratsmitglieder auch im Vorfeld der Sitzung eine vorbereitende Telefonkonferenz für alle interessierten Pool-Mitglieder angeboten.

Weitere Punkte
Durch einen Fehler in der Geschäftsstelle wurde der Akkreditierungsagentur ACQUIN bei der Re-Akkreditierung eine falsche Akkreditierungsdauer ausgestellt. Dies wurde auf der Sitzung entsprechend korrigiert.

Wie berichtet, plante die ASIIN gegen die nicht-Zulassung der Berufung bezüglich des Urteils im Siegelbeschluss vorzugehen. Dies ist nun nicht mehr aktuell, sodass der Akkreditierungsrat sich nun kurzfristig noch einmal an die Agentur wenden wird und auf eine zeitnahe Umstellung der Prozesse hinweisen wird, da die ASIIN der bisherigen Aufforderung noch nicht nachgekommen ist.

Bezüglich der möglichen Einordnung der Promotion in eine dritte Phase des Studiums und der damit verbundenen Integration der Phase in Qualitätssicherungsprozesse gibt es wieder einen Versuch von Stakeholdern dies voranzubringen. Mitglieder des Akkreditierungsrates wiesen auf den Widerspruch hin, dass man dies in Deutschland zwar kritisch sieht, man im Rahmen der vielfach entstehenden Graduiertenschulen dies aber bereits erfolgte.

Zum angekündigten Forum Systemakkreditierung (voraussichtlich Januar 2015) soll im kommenden Monat ein Save-the-Date versendet werden. Die HRK und die Geschäftsstelle des Akkreditierungsrats planen aktuell lediglich die Hochschulleitungen als Vertretungen der Hochschulen anzuschreiben und einzuladen. Die studentischen Mitglieder werden sich in diesen Prozess noch einmal einbringen, da es uns wichtig erscheint, nicht nur die Hochschulsicht auf die eigene Systemakkreditierung auf der Veranstaltung darzustellen. Die zweitätige Veranstaltung selbst soll am ersten Tag aus einem internen Teil Akkrediterungsrat/Agenturen und am zweiten Tag aus einer öffentlichen Veranstaltung bestehen.

Das Format des Round-Table zum Austausch zwischen den Akkreditierungsagenturen und den Mitgliedern des Akkreditierungsrat soll auf Wunsch der Agenturen vorerst nicht weitergeführt werden, da man keinen Mehrwert im aktuellen Format sieht. Für die Dezembersitzung könnte alternativ eine (teilweise) gemeinsame Sitzung des Akkreditierungsrates mit den Agenturen (Geschäftsführung und wissenschaftliche Leitung) stattfinden.