Bericht zur 80. Sitzung des Akkreditierungsrats

Die bereits diskutierte und in letzten Sitzung vertagte Einführung der Experimentierklausel wurde wieder aufgegriffen. Aufgrund einer überarbeiteten Vorlage und auch der weiteren Vorbereitung der Mitglieder mit diesem Thema (die studentischen AR-Mitglieder haben z.B. euch zu einer Telefonkonferenz eingeladen) war die Diskussion sehr zielstrebig und am Ende konnte ein Ausschreibungstext verabschiedet werden. Die Hochschulen werden demnächst dazu aufgerufen, dass sie sich, wenn  “sie sich besonders ambitionierte und innovative Qualitätsziele setzen, die über die – ebenfalls einzuhaltenden – Standards der Ländergemeinsamen Strukturvorgaben, des Akkreditierungsrats und der ESG weit hinausgehen, etwa in der Betreuung der Studierenden, im Forschungsbezug der Lehre, in der Einbeziehung weiterer Leistungsbereiche (studienbegleitende Verwaltung/Services, Forschung, Weiterbildung, allgemeine Verwaltung etc.)“  (aus dem Bericht des WR) in den kommenden zwölf Monaten bewerben sollen. Die KMK muss dieser Ausschreibung noch zustimmen, da die ländergemeinsamen Strukturvorgaben nicht beachtet werden. Die weitere Ausgestaltung der Bewertungskriterien erfolgt durch eine noch einzusetzende Arbeitsgruppe des Akkreditierungsrats.

Im Bereich der Vereinfachung  der Akkreditierung von Joint-Degree-Studienprogrammen gibt es Bestrebungen die Akkreditierungen zwischen der niederländischen Agentur NVAO und vom Rat zugelassenen Agenturen an zu erkennen. In der zur Aussprache vorgelegten Sitzungsvorlage fanden sich jedoch noch erhebliche Unklarheiten für eine Vielzahl der Mitglieder des Akkreditierungsrates. So ist das Bestreben die Studiengänge „nur einmal“ zu akkreditieren zwar wünschenswert, die Mitglieder sehen jedoch noch Abstimmungsbedarf bei der Auswahl und Berücksichtigung des angewendeten Kriteriensets sowie den Folgen der Akkreditierung.

Weiterhin wurde die Akkreditierungsagentur evalag mit Auflagen erfolgreich re-akkreditiert und die Auflagenerfüllungsfrist für AKAST um einige Monate verlängert, da noch formale Punkte erledigt werden müssen.

Weitere Punkte
Im Jahr 2013 wurde das Regelwerk im Bereich der Systemakkreditierung überarbeitet. Statt einer Halbzeit-Stichprobe fand damals das Element der „Zwischen-Evaluation“ Platz in den Regeln. Zwischenzeitlich ist der erste Bericht (AQAS: Uni Münster) veröffentlicht und kann online auf der Agentur-Webseite eingesehen werden.

Unter dem Oberbegriff Kooperation und Dialog, tritt die Geschäftsstelle seit einiger Zeit verstärkt mit anderen wissenschafts- und hochschulpolitschen Akteuren in den Austausch. Dies führt bereits zu ersten sichtbaren Früchten; beispielsweise mit der HRK (gemeinsames Forum Systemakkreditierung), dem DAAD (Kooperation im Hinblick auf die AR-AG Joint Programmes) und beim Wissenschaftsrat (zum Punkt der institutionellen Akkreditierung der nicht-staatlichen Hochschulen).

Der Hochschulausschuss der KMK hat nach Anfrage durch den Akkreditierungsrat dessen Vorschlag zugestimmt, das Fehlen von Regelungen zur Anrechnung außerhochschulischer Leistungen auf ein Hochschulstudium erst ab dem 01.01.2015 im Rahmen der Akkreditierung mit Auflagen zu versehen. Die Akkreditierungsagenturen sind bereits informiert. Die Hochschulen werden zeitnah durch die Länder informiert. Es wurde betont, dass es sich hier um eine verpflichtende Prüfung und Anerkennung handelt. Eine Formulierung wie „Außerhochschulisch erworbene Leistungen werden nicht anerkennt“ erfüllt zwar den Punkt der Regelung des Sachverhaltes, ist aber nicht zulässig.