Bericht zur 81. Sitzung des Akkreditierungsrates

Am  02. Dezember fand in Berlin eine weitere Sitzung des Akkreditierungsrates statt. Erstmalig war diese in einen internen (regulären) Teil sowie einen Austausch mit den Agenturen nach der Mittagspause aufgeteilt. Ziel war hierbei ein stärkerer Austausch miteinander, da das Format der Round-Tables hier seitens der Agentur nicht mehr zeitgemäß schien. Es nahmen neben den Mitgliedern des Akkreditierungsrat auch die wissenschaftlichen Leiter sowie die Geschäftsführungen der zehn in Deutschland tätigten Akkreditierungsagenturen teil. Einer ersten persönlichen Einschätzung nach, war es ein fruchtbarer Austausch, welcher aufgrund der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (41 Personen) jedoch auch an seine Grenzen gestoßen ist.

Nach den Berichten wurde die  Auflagenerfüllung von AHPGS behandelt und zur endgültigen Bewertung auf eine kommende Sitzung vertagt.

Anschließend gab es einen größeren Block zu den Erfahrungen der stichprobenartigen Überprüfung in diesem Jahr und zur abschließenden Ausgestaltung der Überwachungsverfahren des Akkreditierungsrates in den kommenden zwei Jahren. Zur Erklärung: Der Akkreditierungsrat überwacht (zufällig sowie anlassbezogen) ausgewählte Verfahren der Agenturen. Dies passiert im Regelfall nach Abschluss des Verfahrens, kann aber auch während des laufenden Verfahrens erfolgen und kann auch mit möglichen Konsequenzen für das Verfahren einhergehen.

Wie wir bereits berichtet haben, gibt es einige neue Elemente und das Überwachungssystem soll eine leichte Veränderung zu einer entwicklungsorientierten Weise vollziehen und dabei auch die Perspektiven der Hochschulen einbeziehen. Beschlossen wurde nun der Umfang der Überwachung sowie die Aufteilung der verschiedensten Arten und Instrumente auf die Agenturen. Nach wie vor ist das Thema der Überwachung ein unliebsames Thema für die Agenturen und auch Mitglieder des Akkreditierungsrat stören sich am misstrauischen Wort der Überwachung. Es herrschte jedoch Einigkeit darüber, dass dies ein gesetzlicher Auftrag und somit essentielle Aufgabe des Akkreditierungsrates ist. Bedingt durch die strukturelle Aufstellung des Akkreditierungsrates, ist diese weiterhin ein Grundpfeiler der Einnahmen des Akkreditierungsrates. Überlegen die Überwachung vom finanziellen Aspekt loszulösen gibt es bereits und sollen nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes (zur Rechtmäßigkeit der Akkreditierung) noch einmal unter den sich eventuell verändernden Rahmenbedingungen diskutiert werden. Im anschließenden Teil mit den Agenturen wurden noch einmal die Erfahrungen der Instrumente und speziell der Überprüfung nach Aktenlage reflektiert. Hier gab es Signale, dass in diesem Bereich eine weitere Lockerungsübung erfolgen sollte und auch könnte.

Abgeleitet aus der Strategie des Akkreditierungsrates für den Zeitraum 2013 -2017 wurde nun das zweite Arbeitsprogramm für die Jahre 2015/2016 diskutiert und verabschiedet. Schwerpunktthemen in den kommenden zwei Jahren sind demnach u.a. der Abschluss der AG Fachlichkeit und Beruflichkeit, eine offene Diskussion über Kriterien der Studienqualität, eine AG Joint Programmes sowie die Überarbeitung der Regeln zur Akkreditierung von Studiengängen und zur Systemakkreditierung.

Letzterer Punkt geht davon aus, dass die Studienstrukturreform inzwischen weitestgehend abgeschlossen ist und die Rolle der Akkreditierung sich daher hin zu einer verstärktem Aufmerksamkeit auf die Studienqualität ausrichten wird. Hierüber fand auch mit den Agenturen ein erster Austausch statt, der neben der offenen Diskussion sowie den Ableitungen der neuen ESG und den Positionen der beteiligten Akteurinnen und Akteurinnen in den weiteren Prozess einfließen wird.

Weitere Punkte

Mit dem Beschluss zur Einführung einer Ausschreibung für experimentelle Verfahren der Qualitätssicherung, wurde auch die Einrichtung einer entsprechenden Arbeitsgruppe beschlossen. Diese Arbeitsgruppe wurde nun mit Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsgruppen bestückt – für die Gruppe der Studierenden ist Alexander nun Mitglied.

Das Überwachungsinstrument der themenbezogenen Stichprobe soll im kommenden Jahr neben der reinen Überwachung auch neue Erkenntnisse zur Akkreditierung von so genannten Franchisestudiengängen bringen. Als Franchisestudiengänge gelten Programme, die durch einen Hochschulen oder nichthochschulischen Partner durchgeführt werden, während der wissenschaftliche Grad von der Hochschule verliehen wird.

Das in der letzten Sitzung bereits diskutierte und vertagte Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der Akkreditierungsentscheidungen von Akkreditierungsrat und der niederländischen NVAO stand erneut auf der Tagesordnung. Nach Klärung offener Fragen und einem besseren Verständnis von Gemeinsamkeiten und Abweichungen der beiden Systeme wurde ein Beschluss zur Unterzeichnung der Vereinbarung gefasst. Es folgt noch eine kurzfristige Befassung des Themas durch die Kultusministerkonferenz. Die Ausgestaltung und Durchführung wird punktuell vom Akkreditierungsrat begleitet werden.

Die neue Gebührensatzung des Akkreditierungsrat (u.a. mit umfangreichen Änderungen aufgrund der neuen Überwachungselemente) wurde vom Stiftungsrat beschlossen und befindet sich aktuell auf dem Weg zur Veröffentlichung im Ministerialblatt NRW. Diese Veröffentlichung ist jedoch noch ausstehend.