Bericht zur 82. Sitzung des Akkreditierungsrates

Am 05. Februar fand in Berlin die erste Sitzung des Akkreditierungsrates im Jahr 2015 statt. Die seit der letzten Sitzung vor zwei Monaten nur leicht gefüllte Tagesordnung, ermöglichte es verschiedenste Gäste einzuladen. So standen Vertreter von AHPGS für ein Gespräch mit dem Rat zur Verfügung und konnten einen Einblick über die Geschichte und die Ausrichtung der Fachagentur geben. Weiterhin waren Gäste des DZHW anwesend, die den Studienqualitätsmonitor der Einrichtung vorstellten und auch in einer Diskussion Fragen beantworteten. Die Dimensionen des Qualitätsmonitors sollen nach Aussage des Geschäftsführers auch bei der Regelüberarbeitung 2016 in Betracht gezogen werden, um Studienqualität stärker in den Fokus zu rücken.

Weiterhin wurde durch den Akkreditierungsrat die geplante Arbeitsgruppe „Joint Programmes“ eingesetzt. Diese wird sich in den kommenden Monaten mit dem Handlungsbedarf aus dem Abgekommen mit der niederländischen Agentur NVAO, dem European Approach, der Anerkennung von Entscheidungen außereuropäischer Agenturen, den Evaluationen Dritter sowie der Präzisierung des Begriffs Joint Programmes an sich beschäftigen. Als studentisches Mitglied wird sich Jan in die Arbeitsgruppe einbringen.

Über das Forum Systemakkreditierung wurde durch die Geschäftsstelle und die anwesenden Mitglieder berichtet. Es gab durchweg positives Feedback und viele Personen wünschten sich weitere Aktivitäten des Akkreditierungsrates in diese Richtung. Seitens der Studierenden wurde bemängelt, dass Sichtweisen auf den Podien fast ausschließlich von Ratsmitgliedern, Agenturen oder Hochschulleitungen vertreten worden sind und auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fast ausschließlich aus dem Bereich der Hochschulleitungen und QM-Stellen kamen. Für das nächste Forum wurde auf studentische Partizipation und Berichte aus den systemakkreditierten Hochschulen gedrängt. Die Organisatoren erläuterten, dass man den Hochschulen eine maximale Anzahl von zwei teilnehmenden Personen kommuniziert hatte und die Auswahl dieser Personen in Hoheit der Hochschule erfolgt. Man werde aber bei kommenden Veranstaltungen an diesen Punkt denken.

In Folge der Überarbeitung der ESG sowie der voraussichtlichen Verabschiedung selbiger im Sommer 2015 kann es zu Überschneidungen mit den Agenturreakkreditierung kommen. Da die Akkreditierungsrat bei seiner Zulassung der Agenturen für Deutschland auch eine Prüfung der ESG-Konformität (für die ENQA-Mitgliedschaft) vornimmt, hat das Thema eine Relevanz für die deutschen Agenturakkreditierungen. Um die Anwendung der neuen ESG zu ermöglichen, wurde beschlossen, dass die Agenturen für die Juni-Sitzung entsprechende Anträge vorbereiten sollen, die eine vorläufige Akkreditierung von bis zu neun Monaten ermöglichen.

Im Falle der immer noch andauernden Probleme bei der ASIIN-Siegelvergabe (Nicht-Zulässigkeit der Vergabe von AR- sowie privaten Siegeln in einem Verfahren) hat sich der Akkreditierungsrat erneut mit dem Fall beschäftigt. Nachdem der Siegelbeschluss 2011 erfolgte und dieser gerichtlich bestätigt wurde, war ASIIN aufgefordert seine Verfahren bis Ende 2014 um zu stellen.. Der Akkreditierungsrat prüfte die eingegangenen Unterlagen und empfand diese als nicht ausreichend im Sinne der angeforderten Maßnahmen. Die Agentur erhält eine letztmalige Nachbesserungsfrist – für den Fall der nicht ausreichenden Umstellung der bisherigen Praxis sind Sanktionen angekündigt, die unmittelbar und ohne weitere Beschlussfassung durch den Akkreditierungsrat wirksam werden.

Ohne Ergebnis blieb eine Diskussion, inwiefern Hochschulen die verzögerungsfreie Studierbarkeit im Übergang zwischen einem Bachelor- und dem konsekutiven Masterprogramm gewährleisten müssen. Die Diskussion führte zu vielen Fragen über Konsekutivität im Allgemeinen und deren Folgen. Die Kultusminister*innenkonferenz wird gebeten, ihr Regelwerk an dieser Stelle genauer aus zu legen.

Weiteres:

Eine Hochschule hat sich mit der Frage an den Akkreditierungsrat gewandt, ob Leistungen aus einem Erststudium und speziell die Abschlussarbeit in einem weiterem Studium anerkannt werden können, oder ob die Kreditpunkte „verbraucht“ seien. Der Akkreditierungsrat sprach sich deutlich für diese Möglichkeit aus, dass im Sinne der erworbenen Kompetenzen diese natürlich im Sinne der Lissabon-Konvention anzurechnen sind.

Der Wissenschaftsrat hat neue Leitfäden zur Institutionellen Akkreditierung nicht-staatlicher Hochschulen veröffentlicht. Der Akkreditierungsrat wird in Zukunft prüfen, inwiefern es hier Gemeinsamkeiten und auch Widersprüche zu den Regeln des Akkreditierungsrat gibt. Als Beispiel wurde der Punkt Ressourcen genannt, der in den Regeln des Akkreditierungsrat als „ausreichende Ressourcen“ und in den Ausführungen des Wissenschaftsrats in „der absoluten Anzahl der hauptamtlichen Stellen“ definiert ist.