Bericht zur 77. Sitzung des Akkreditierungsrats

Kern der vergangen Sitzung war neben den regulären Tagesordnungspunkten vor allem die Diskussion um die strategische Planung des Akkreditierungsrates für die Amtsperiode 2013-2017. Eine ratsinterne Arbeitsgruppe erstellte unter Berücksichtigung der Ratsevaluation und den Positionen weiterer Stakeholder eine Vorlage, welche die Bereiche umfasst: Studienqualität, Programmakkreditierung, Systemakkreditierung, Gutachterpool, Experimentierklausel, Europäisierung und Internationalisierung, Kommunikation, Akkreditierung und Wirkungsforschung sowie die Rolle der nichtstaatliche Hochschulen. Die starke formale Wahrnehmung des Akkreditierungswesens an den Hochschulen soll noch stärker um eine beratende Funktion ergänzt werden, die die Studienqualität im Fokus hat. Hier konnten wir in Zusammenarbeit mit der Berufspraxis einige Vorschläge – bekannt aus Veröffentlichungen der Hochschulrektorenkonferenz und des Wissenschaftsrates – herausnehmen oder abschwächen, die Weiterentwicklung der Programmakkreditierung unterstützen und den Aspekt der sozialen Mobilität einbringen. Aus der Strategie wird nun zuerst das Arbeitsprogramm 2014 abgeleitet. Sobald die Strategie veröffentlicht ist, lassen wir sie euch zukommen.

Über die Frage wann Gutachten aus Verfahren veröffentlicht werden sollen (unmittelbar nach der Entscheidung durch die Kommission oder erst bei positiver Auflagenerfüllung) herrschte Einigkeit bei allen Mitgliedern: Der Akkreditierungsrat hat noch einmal betont, dass Verfahren unmittelbar nach der ersten Behandlung in der Akkreditierungskommission in die zentrale Datenbank einzupflegen sind. Dies gilt unabhängig davon, ob noch Auflagen zu erfüllen sind oder nicht. Die Geschäftsstelle wird die Agenturen hierüber informieren und bei der nächsten Änderung des Regelwerkes dies noch einmal deutlicher herausstellen.

Weiterhin diskutierte der Akkreditierungsrat über seine Ansicht zur Überarbeitung der Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area (ESG).  Der Akkreditierungsrat ist dem Votum der Gutachterin- und Gutachtergruppe gefolgt und hat sich für die Re-Akkreditierung der AKAST unter Auflagen und Empfehlungen für den Bereich der volltheologisch katholischen Studiengänge ausgesprochen und anschließend das Re-Akkreditierungsverfahren der evalag eröffnet. Das OAQ erhält im Rahmen einer einzelfallbezogenen Ausnahme eine Verlängerung der Akkreditierungsfrist, da der Rechtsrahmen in der Schweiz gerade neu diskutiert wird und es aller Voraussicht nach hier zu konzeptionellen Änderungen kommt, die bei der Re-Akkreditierung berücksichtigt werden sollten. Weiter wurde beschlossen den Umgang von systemakkreditierten Hochschulen mit ihren Programmen zu untersuchen. Die beobachtete Praxis zum Beispiel, dass Studiengänge als akkreditiert gelten, bevor sie das hochschuleigene System durchlaufen haben, soll überprüft werden, um Handlungsbedarf abzuschätzen.

Anerkennung gemäß der Lissabon-Konvention – hier: erneute Klarstellung und Informationsmaterialien

Die Lissabon-Konvention und ihre Folgen für die Akkreditierung sollten euch hinlänglich bekannt sein. Leider ist dies bei manch anderen Akteurinnen und Akteuren an den Hochschulen noch nicht der Fall. Um die Fragen der Tragweite dieses Dokumentes noch einmal zu diskutieren, hat sich ein Ausschuss der Kultusministerkonferenz (die Zusammenkunft der Bildungsministerinnen und Bildungsminister in Deutschland) nun noch einmal hiermit befasst. Es bestand Konsens, dass hierzu eine Anwendbarkeit der Lissabon-Konvention grundsätzlich gewünscht ist und die folgenden Fallgestaltungen ausdrücklich einbeziehen:
– Studiengangwechsel innerhalb derselben (deutschen) Hochschule
– Hochschulwechsel innerhalb Deutschlands
– Hochschulwechsel aus einem Signatarstadt der Konvention
– Hochschulwechsel aus allen anderen ausländischen Staaten (weltweit)

Mittlerweile gibt es auch einige Materialien hierzu, auf die wir euch an dieser Stelle hinweisen möchte. Gerne könnt ihr diese ordern und in eurem (hochschulpolitischen) Bekanntenkreis oder an euer Hochschule in den Umlauf bringen:

Flyer des nexus-Projektes der Hochschulrektorenkonferenz (HRK): Auslandsstudium und zur Anerkennung
Bestellbar unter: nexus@hrk.de

Leitfaden des nexus-Projektes der Hochschulrektorenkonferenz (HRK): Anerkennung von im Ausland erworbenen Studien- und Prüfungsleistungen
Bestellbar unter: nexus@hrk.de

Flyer des freien Zusammenschlusses von studentInnenschaften (fzs): Anerkennung von Studienleistungen
Bestellbar unter: http://www.fzs.de/service/bestellen

Wir hoffen, dass es zukünftig weniger Diskussionsbedarf zu dieser Thematik gibt. Sollte es an eurer Hochschule noch erhebliche Widerstände geben, meldet euch gerne noch einmal bei uns.

Bericht zur 76. Sitzung des Akkreditierungsrats

Auf der 76. Sitzung gab es diverse TOPs zum Thema Systemakkreditierung. So wurde unter anderem diskutiert, wie systemakkreditierte Hochschulen über Neuerungen und Veränderungen im Akkreditierungswesen informiert werden sollen, da dies bisher nur unzureichend erfolgt. Es sollen hierzu verschiedenste Maßnahmen wie interne Bereiche, eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und regelmäßige Gesprächskreise etabliert werden. Weiterhin will der Akkreditierungsrat unter anderem zusammen mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ein Forum systemakkreditierte Hochschulen gründen.

Weiter wurde überlegt welche Auswirkung die Systemakkreditierung auf Kooperations-Studiengänge hat. Es wurde festgehalten, dass die systemakkreditierte Hochschule für den Studiengang die Gesamtverantwortung übernehmen muss, wenn der Studiengang nicht zusätzlich eine Programmakkreditierung durchlaufen soll. Dies betrifft auch Bereiche, die außerhalb des direkten Einflussbereiches der Studiengänge liegen.

Des weiteren sind die ersten beiden Stichproben in der Systemakkreditierung abgeschlossen. Die Stichproben erweisen sich wie erwartet als sehr umfänglich und zeitintensiv.
Aus der Überprüfung werden keine unmittelbaren Konsequenzen für die beiden Hochschulen erfolgen, aufgrund der Ergebnisse wird jedoch innerhalb des Akkreditierungsrates noch einmal über den einen erweiterten Umfang (quantitativ als auch qualitativ) von Überprüfungsverfahren bei Systemakkreditierungen diskutiert werden müssen.

AQAS wurde die Auflagenerfüllung in der Agenturreakkreditierung bestätigt.

Die Überprüfung des Rates durch ENQA ist zu dem Ergebnis gekommen, dass das Akkreditierungssystem den europäischen Vorgaben entspricht. In den Punkten Finanzierung und Unabhängigkeit sehen die GutachterInnen leichte Abstriche. Diskutiert wurde von den Empfehlungen vor allem, was die Voraussetzung zur Zulassung von weiteren EQAR-Agenturen sein soll. Das Gutachten findet ihr zum nachlesen online unter: http://akkreditierungsrat.de/fileadmin/Seiteninhalte/AR/Sonstige/Gutachten_Evaluation_AR_2013_en.pdf .

Bericht zur 75. Sitzung des Akkreditierungsrats

Auf der konstituierenden Sitzung des Akkreditierungsrates wurde ein neuer Vorstand gewählt. Prof. Grimm wurde erneut zum Vorsitzenden gewählt. Die neue stellv. Vorsitzende von Seiten der Länder ist Frau Schwanitz (BaWü). Die Mitglieder des Akkreditierungsrates sind zu ca. 50% neu besetzt. Darunter wir beiden neuen StudierendenvertreterInnen. Eine aktuelle Auflistung aller Mitglieder und deren Kurzvita finden sich auf den Seiten des Akkreditierungsrates.

Zur mittelfristigen Strategie des Rates für die nächsten Jahre fand kaum Diskussion statt. Der Rat einigte sich darauf eine Arbeitsgruppe, bestehend aus allen Gruppen, einzurichten, die für die nächste Sitzung eine Diskusionsgrundlage erstellt. Dabei wird neben der Reaktion auf das VG-Urteil und die ENQA-Evaluation, die Weiterentwicklung der Modelle Programm- und Systemakkreditierung im Mittelpunkt stehen.

Der Schwerpunkt der Sitzung war die externe Evaluation des Rates durch das GutachterInnenteam von ENQA. Die GutachterInnen haben überwiegend Fragen zum Verständnis des deutschen mehrstufigen Systems und zur Ausrichtung des Akkreditierungssystems gestellt, die den Rat politisch weiterbringen sollen. Das Endgültige Gutachten wird im September erwartet.

Der Rat hat eine neue Agentur für die Programm- und Systemakkreditierung in Deutschland akkreditiert: AQ Austria. Diese wird AQA ablösen.

Dem Rat lag eine Beschwerde einer Hochschule vor. Diese hat im anlassbezogenen Beschwerdeverfahren nach Erfüllung der Auflagen eine weitere Auflage vom Vorstand des Rates bekommen. Die Beschwerdekomission votierte für eine Aufrechterhaltung der Auflage. Der Rat schloss sich mehrheitlich dieser Auffassung an. Inhaltlich war die Auflage zur Studierbarkeit unstrittig. Die Hochschule hat im Falle der Aufrechterhaltung bereits den Klageweg angekündigt und man muss nun die verwaltungsrechtliche Bewertung des Gerichtes abwarten.

Der Rat hat desweiteren Hinweise zur Auslegung einiger KMK-Richtlinien verabschiedet. Hier wird zum Beispiel erläutert, dass nicht immer 5 Credits pro Modul eingehalten werden müssen, sondern eine niedrige Prüfungsbelastung das Ziel dieser Richtlinie ist. Die „in der Regel“ und „kann“ Passagen in den Richtlinien werden zu häufig von Agenturen und Hochschulen nicht zu Gunsten der Studiengänge ausgelegt. Dieses Dokument lassen wir euch noch zeitnah zukommen.

In einer aktuellen Debatte zwischen KMK, Amtschefkonferenz und Rat zu unterschiedlichen Regelstudienzeiten, bittet der Rat nun die KMK, ihren Willen noch etwas deutlicher auszudrücken. Isabella wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Rat und KMK sich nicht ausschließlich um BAföG-konforme Ausnahmen in Studiengängen bemühen sollen, sondern die KMK bezüglich der Loslösung des BAföG von der Regelstudienzeit auf eine Novelierung des BAföG hinwirken sollte.

Desweiteren wurden die internen Arbeitsgruppen neu besetzt und der Qualitätsbericht sowie der Tätigkeitsbericht 2012 verabschiedet. Die Ergebnisse sind in den kommenden Tagen auf der Homepage des Rates einsehbar (Service – Veröffentlichungen).

Bericht zur 74. Sitzung des Akkreditierungsrats

Nach einer kurzen Evaluation wurde die Umgestaltung der Systemakkreditierung abschließend behandelt. Wesentlich ist dabei die Umgestaltung der Stichproben. Von nun können die GutachterInnen selber die Anzahl und die Art der Stichproben festlegen. Die Unterscheidung von Merkmals- und Programmstichproben entfällt dabei. Die Halbzeitprobe wurde nicht vollständig abgeschafft, sondern in eine  Selbst-Zwischenevaluation der Hochschule gegenüber der Agentur umgewandelt. Diese findet ausschließlich nach der ersten Systemakkreditierung statt.

Die GutachterInnen für AHPGS und AKAST wurden bestimmt. Diese GutachterInnen-Gruppen werden in den kommenden Monaten die beiden Agenturen prüfen und dem Akkreditierungsrat hierzu einen Bericht vorlegen.

Der Haushaltsplan 2014 für den Akkreditierungsrat wurde abgestimmt.

Die geänderten Richtlinien und die Begründung zu den Änderungen findet ihr hier: www.akkreditierungsrat.de