Ablauf Akkreditierungsverfahren

Den meisten Studierendenschaften bekannt ist der Audit-Teil eines (Re-)Akkreditierungsverfahrens, bei dem ein Team von Gutachter*innen den Fachbereich besucht, um sich ein Bild der Studiensituation vor Ort zu machen. Das eigentliche Verfahren beginnt allerdings bereits sehr viel früher und hat deutlich mehr Komponenten, die lokal vor Ort ablaufen.

Wann genau bei euch das nächste Verfahren ansteht, lässt sich recht gut wie folgt abschätzen: Für bereits akkreditierte Studiengänge existiert eine Datenbank, aus der sich für jeden Studiengang auslesen lässt, wie lange das aktuell verliehene Akkreditierungssiegel noch gültig ist. Dort ist mittlerweile auch im Regelfall das Gutachten für den Studiengang verlinkt. Das Reakkreditierungsverfahren wird in der Regel etwa 8 bis 12 Monate vor dem Auslaufen der aktuell gültigen Siegel begonnen. Wann ein Verfahren zur Erstakkreditierung eingeleitet wird, ist je nach Bundesland unterschiedlich – fragt hier bei der Einrichtung neuer Studiengänge am besten frühzeitig nach, wann beabsichtigt ist, den Antrag zu stellen.

Zum beschriebenen Zeitpunkt beginnt die Hochschule damit, einen sogenannten Selbstbericht anzufertigen. Dieser enthält formale Angaben, Prüfungsordnungen und Modulhandbücher der zu akkreditierenden Studiengänge, eine Selbstbeschreibung des Fachbereichs sowie eine Darstellung, warum die Studiengänge nach Ansicht des Fachbereichs die Akkreditierungsvorgaben erfüllen. Details zur Ausgestaltung der Selbstberichte findet ihr in den Handreichungen der verschiedenen Akkreditierungsagenturen.

Sofern der Selbstbericht die interne Vorprüfung der Akkreditierungsagentur erfolgreich durchläuft, findet dann einige Monate später vor Ort die vor-Ort-Begehung durch eine Gutachter*innengruppe statt. Diese besteht in der Regel aus mehreren Professor*innen, einer Vertretung aus dem Bereich der Berufspraxis sowie einem Mitglied aus der Gruppe der Studierenden. Im Rahmen dieser Begehung finden Gespräche in verschiedenen Konstellationen statt. Üblicherweise gibt es ein oder mehrere Gespräche mit den Lehrenden der Studiengänge und jeweils ein Gespräch mit der Hochschulleitung, der Fachbereichs/Fakultätsleitung und den Studierenden der Studiengänge.

Während dieser Gespräche stellt das Begutachtungsteam vor allem Rückfragen zur schriftlichen Dokumentation (Selbstbericht) und versucht, sich ein umfassendes Bild von der Studiensituation vor Ort zu machen. Dabei liegt der Fokus auf der Kriterien von Akkreditierungsrat und KMK, deren Einhaltung das beantragte Akkreditierungssiegel ja bestätigen soll.

Im Anschluss an die Begehung erstellt das Begutachtungsteam einen Bericht, welcher der Hochschule nochmal (jedoch ohne die Beschlussempfehlung) zur Stellungnahme zugeleitet wird. Die Hochschule kann so noch einmal zu von den Gutachtern hinterfragten oder kritisierten Punkten Stellung nehmen.

Gutachten und Stellungnahme werden dann den Gremien der Akkreditierungsagentur zur Entscheidung vorgelegt. Die Agentur kann hierbei ohne oder mit Auflagen akkreditieren sowie das Verfahren aussetzen oder nicht akkreditieren.

Im Falle einer Akkreditierung mit Auflagen hat die Hochschule bzw. der Fachbereich 9 Monate Zeit, um die Auflagen zu erfüllen. Um die Auflagenerfüllung nachzuweisen legt der Fachbereich der Agentur eine Stellungnahme sowie ggf. geänderte Ordnungen. etc. vor.

Das Verfahren endet mit der Übersendung der Akreditierungsurkunde an die Hochschule oder der Mitteilung der nicht-Akkreditierung.