Was ist Akkreditierung?

Die Akkreditierung ist ein Verfahren zur Qualitätssicherung an Hochschulen. Dabei wird die Qualität eines Studiengangs durch externe Experten überprüft und in einem Gutachten bewertet. Hat ein Studiengang ein Akkreditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen, erhält er eine zeitlich befristete Akkreditierung vom Akkreditierungsrat.

Das deutsche Akkreditierungssystem ist dezentral organisiert. Die Begutachtungen von Studiengängen werden von Akkreditierungsagenturen durchgeführt. Die Vergabe des Akkreditierungssiegels entscheidet abschließend der Akkreditierungsrat.

In der aktuellen Ausprägung gibt es die Programm- und die Systemakkreditierung. Bei ersterer wird ein einzelnes Studienprogramm oder eine Gruppen von verwandten Studienprogrammen, bei zweiterer das interne Qualitätsmanagementsystem einer Hochschule geprüft. Weitere Ausprägungen der Programmakkreditierung sind: Konzeptakkreditierung, Clusterverfahren und interne Akkreditierungsverfahren. Die Konzeptakkreditierung bezeichnet eine Programmakkreditierung dessen Studiengang noch nicht gestartet ist bzw. noch keine Studierendenkohorte durchlaufen hat. In einem Clusterverfahren werden mehrere verwandte Studiengänge zusammen begutachtet. Die interne Akkreditierung ist eine Studiengangsakkreditierung einer Hochschule dessen Qualitätsmanagement System bereits akkreditiert wurde (Systemakkreditierung).

Zusätzlich sind Alternative Verfahren abseits der existierenden Programm- und Systemakkreditierung möglich. Primäres Ziel dabei ist es grundsätzliche Erkenntnisse zu alternative Ansätzen externer Qualitätssicherung abseits der bekannten Akkreditierungsformen zu gewinnen.

 

In der praktischen Umsetzung werden Studiengänge und Hochschulen bezüglich der Einhaltung bestimmter Vorgaben sowie der Qualität der Studiengangsdurchführung beurteilt. Mithilfe einer entsprechenden Selbstdokumentation und einem Vor-Ort-Besuch (Audit) wird dies überprüft und bewertet und es werden konkrete Vorschläge zur Verbesserung gegeben.

Im Februar 2016 bestätigte das Bundesverfassungsgericht die Notwendigkeit zur externen Qualitätssicherung der Lehre durch Akkreditierung – auf diese Art wird das Recht auf Berufswahlfreiheit sichergestellt und die Hochschulen kommen ihrem Auftrag der wissenschaftsbasierten Ausbildung nach; allerdings wurden auch Mängel in der rechtlichen Umsetzung deutlich. Der Staat darf diese Aufgabe nicht privatrechtlichen Agenturen überlassen, insbesondere die Kriterien müssen durch den Staat vorgegeben werden.

Daraufhin wurde von der KMK eine neue Rechtsgrundlage für das Akkreditierungssystem geschaffen: der Studienakkreditierungsstaatsvertrag. Zudem wurde die Musterrechtsverordnung entwickelt. Sie ist die Grundlage für die Studienakkreditierungsverordnungen der Länder. In der Musterrechtsverordnung sind die Verfahren, Abläufe und Kriterien für die Akkreditierungsverfahren in Deutschland festgeschrieben. Die weitreichendste Änderung ist die Neuorientierung der Verantwortlichkeit bei der Akkreditierungsentscheidung. Zuvor haben die Agenturen die Akkreditierungsentscheidungen selber gefällt. Nun, nach neuem Recht liegt die Akkreditierungsentscheidung beim Akkreditierungsrat, welcher auf Grundlage der Gutachten und Bewertungsempfehlungen der Agenturen entscheidet.

Wichtige Prüfaspekte